Ideal der Versehrtheit

„Die Gesundheit ist ein ungewisser Zustand, der nichts Gutes verheißt“, schreibt die Nobelpreisträgerin Olga Torkarczuk in ihrem 2009 erschienen Roman „Der Gesang der Fledermäuse“. Das Ungewisse scheint vor allem ihr Ende zu sein: Wenn Krankheit und Schmerzen das Leben bestimmen. Doch gibt es nicht auch ein Ideal der Versehrtheit? Eine Bereicherung durch den kranken Körper?„Ideal der Versehrtheit“ weiterlesen

Der Sch(m)utz der Kulturen

Vier Männer in schwarzen Anzügen bauen sich hinter ihren Pulten auf: Es sind der türkis beschlipste Kurz, der rosafarbene Kogler und ihre beiden Anhängsel. Sie alle nutzen für die Beschreibung der Corona-Krise nicht nur immer wieder die schräge Metapher eines „Marathons“, der vor dem „Team Österreich“ liege, sondern stark religiös eingefärbte Sprachbilder, die ein weiteres Licht auf den Schatten der Corona-Krise werfen.

Affen

Am 11. März 2020 spielt die Volksbühne in Berlin vorläufig ihre letzte Vorstellung. Es ist das Stück „Affen“ von Ben Becker, das eigentlich als Kritik an Kapitalismus und Klimawandel gedacht ist. Doch plötzlich scheint es mehr ein Kommentar auf den aktuellen Social-Media-Diskurs zu sein. Was Becker als Huldigung des Äffischen inszeniert, verkommt hier zu einem Affentheater.